Geisternetze

Geisternetze? Was soll das denn sein?

Jährlich werden in den Weltmeeren ca. 100 Mio Tonnen Fisch und Meeresfrüchte von mehr als 10 Mio Fischfangfahrzeugen gefangen. Allerdings aufgrund der abnehmenden Fischbestände mit sinkender Tendenz. Um die Tiere aus dem Meer zu bekommen durchpflügen täglich Millionen von Netzen die Fischgründe, mit sehr langfristigen Folgen, nicht nur für die Fische.

Der überwiegende Teil des industriellen Fischfangs setzt auf Netzen aus Kunststoffen wie Nylon, Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder anderen hochfesten Fasern. Das Problem bei diesen Netzen ist, das sie sehr lange halten und schlecht verrotten. Was sich also für die Fischfangindustrie als kostensenkend herausgestellt hat, ist für die Weltmeere eine Belastung. Denn, immer wieder reißen auch diese hochfesten Netzen während des Fangs und treiben dann durch die Weltmeere oder verfangen sich an Riffen oder Schiffswracks. Und hier beginnt das Problem!

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Geisternetze = Plastikmüll in den Weltmeeren

Der Anteil der Geisternetze am Plastikmüll in den Weltmeeren liegt nach Schätzungen zwischen 30% und 50%. Jährlich kommen bis zu 1.000 km neue Netze hinzu. Das Problem der Geisternetze ist nicht nur das Morden von Millionen von Meereslebewesen, denn die Netze hören ja nicht damit auf, wofür sie konzipiert wurden, sie fangen weiter jede Menge Meerestiere. Es gibt auch eine direkte Auswirkung auf den Menschen. So ein Netz benötigt bis zu 600 (!) Jahre, bis es sich vollständig aufgerieben hat. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Durch das jahrhundertelange Aufreiben entsteht Microplastik, das dann letztendlich auch im Menschen landet. Und wie bei allen Umweltschädigungen wird das Problem mit der Zeit immer größer, denn der Siegeszug der Plastiknetze begann ja erst in den 1960er Jahre.

Geisternetze jagen

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In Deutschland setzt sich die ghost-diving-germany dafür ein, Geisternetze aus Nord- und Ostsee zu bergen. Die Mitglieder des kleinen Vereins aus Harsewinkel sind Tauchenthusiasten, die in ihrer Freizeit mit ihrem Hobby etwas gutes tun wollen. Sie werden dabei auch von bessergrün unterstützt, dem nachhaltigen Marktplatz. 

Vom 08.-10. September 2025 waren wir nördlich zwischen den Inseln Baltrum und Langeoog unterwegs, also ungefähr hier am Wrack der „Dorothea Fritzen“ unterwegs, um wenigstens ein klein wenig der Entwicklung entgegenzuwirken. Dank der guten Arbeit von #ghostdivinggermany konnten so ca. 600 kg Geisternetze geborgen werden und ich freue mich, als Teil dieses Projektes dabei gewesen zu sein. 

Wir brauchen mehr solch guter Nachrichten!

Mit nachhaltigen Grüßen

René Russell